RÜCKBLICK AUF DAS „INDUSTIE|KULTUR|FESTIVAL 2025“
Die „TAGE DER INDUSTRIEKULTUR“ 2025 liegen hinter uns. Auf dieser Seite wollen wir gemeinsam auf sieben ereignisreiche Tage in Leipzig und Region zurückblicken. Neben zahlreichen Führungen, Vorträgen, Lesungen, Ausstellungen und Stadtrundfahrten fand auch das zehnte „INDUSTRIE|KULTUR|FESTIVAL“ statt, welches eindrucksvoll die „Lebendige Leipziger Industriekultur“ zeigte.
Eckdaten:
– 08.–14.09.2025
– 49 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
– 83 Veranstaltungen, davon 19 „Offenes Werktor“
– ca. 6.600 Besucherinnen und Besucher
08.09.2025 | Eröffnung
Am Abend des 08.09.2025 fand im UT Connewitz unsere Eröffnungsveranstaltung statt, die von unserem Vereinsvorsitzenden Matthias Wießner moderiert wurde. Zum Einklang musizierte das „MSL Saxofonquartett“ der PopAkademie Leipzig. Nach einer Begrüßung folgten drei Kurzfilme, die beim „Mitteldeutschen Kurzfilmfestival – KURZSUECHTIG“ gezeigt wurden: SORGE 87, Kaltes Tal und LEUNA. Dem schloss sich ein Vortrag mit dem Titel „Industriekultur: Beyond Storytelling und Mindset?“ von Prof. Dr. Sabine Pfeiffer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) an. Zum Schluss folgte gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Pfeiffer, Dr. Fabian Magerl (IHK zu Leipzig) und Tilo Sinner (VDMA Ost) unter der Moderation von Dr. Carsten Krautz ein Podium zum Thema „Wissenschafts- und Industrieförderpolitik“.
- Eingang des UT Connewitz.
- MSL Saxofonquartett.
- Matthias Wießner begrüßt.
- Das UT Connewitz.
- Einer der drei Kurzfilme.
- Prof. Dr. Sabine Pfeiffer.
- Dr. Carsten Krautz moderiert.
- Das Podium: Prof. Dr. Sabine Pfeiffer, Fabian Magerl, Tilo Sinner, Dr. Carsten Krautz.
09.09.2025 | 860.Leipzig.Messe
Im Rahmen unseres Projekts „860.Leipzig.Messe“ nahmen wir den 860. Geburtstag der Leipziger Messe in den Fokus, zumindest wenn man nach dem Messeprivileg von 1165 geht. Dazu gab es zwei Führungen. Die Erste trug den Titel „Von Palast zu Palast“ und befasste sich mit den Messehäusern, Höfen und Passagen in der Innenstadt, die unser Vereinsmitglied Sebastian Ringel führte.
Leipzig ist nicht nur weltweit die erste Messestadt, sondern erbaute 1895 auch das weltweit erste Mustermessehaus, da hier die Mustermesse erfunden wurde, die noch heute Anwendung findet. Der Grund war, dass die Händlerinnen und Händler all ihre Waren immer dabei hatten, doch viele Lagermöglichkeiten gab es nicht, zumal sie auch nicht immer überdacht waren.
Über 30 Messehäuser entstanden im Lauf der Zeit in und um die Innenstadt. Aufzuzählen sind beispielsweise der Handelshof, Speck’s Hof, der Zentral-Messepalast, der Reichshof, das Messehaus am Markt oder der Dresdner Hof. Passagen haben die Höfe und Messehäuser verbunden, wie die Mädler-Passage, die Messehofpassage oder die Königshauspassage. Auch ein Untergrundmessehaus gab es mal.
10.09.2025 | Sächsisches Wirtschaftsarchiv
Im Aufbruch stand das „Sächsische Wirtschaftsarchiv“ (SWA) in der Konsumzentrale, das seit vielen Jahren schon an den „TAGEN DER INDUSTRIEKULTUR“ teilnimmt. Im Jahr 2026 wird das SWA nach 32 Jahren ins „Dokumentationszentrum für Regional- und Wirtschaftsgeschichte Sachsens“ nach Borna umziehen. So wurde am Nachmittag mit einer Führung durch das Archiv mit knapp vier Kilometern Archivgut begonnen, die die Geschäftsführerin Veronique Töpel übernahm. Anschließend fand von Andrea Bulla, MIB AG, eine Führung durch die Konsumzentrale statt. Daneben konnte sich im SWA eine Ausstellung zum KONSUM angeschaut werden.
- Konsumzentrale.
- Im Hof.
- Veronique Töpel.
- Im Archiv.
- Im Archiv.
- im Archiv.
10.09.2025 | Lesung Karl Heine
Am Abend fand im ehemaligen Verladehaus des Industriebahnhofs Plagwitz-Lindenau eine Lesung zu „Der Pionier: Drei Mal Karl Heine.“ mit dem Autor Christian von Aster statt.
Diese Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Georg-Maurer-Bibliothek (Stadtteilbibliothek Plagwitz) und dem Wasser-Stadt-Leipzig e.V. durchgeführt.
10.09.2025 | Arbeitsschutzfilme
Einer unserer Höhepunkte in dieser Woche war die Vorführung ausgewählter „Arbeitsschutzfilme in der DDR und BRD“, die gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Animationsfilm e.V. (DIAF) stattfand. Gezeigt wurden innovative, charmant-witzige und künstlerisch interessante Beispiele aus 60 Jahren Arbeits- und Gesundheitsschutzfilmproduktion.
11.09.2025 | Sächsische Spinnmühlen
Das „Denkmalnetz Sachsen“, ein Projekt der Leipziger Denkmalstiftung, bot im Vereinshaus des Wasser-Stadt-Leipzig e.V. eine Ausstellung zu den sächsischen Spinnmühlen an. Informiert werden konnte sich über die vielfältige Unternehmens-, Produkt- und Baugeschichte der Spinnmühlen. Von Bedeutung waren Bauwerke, die damals Innovationsgeist zeigten, aber heute teilweise nicht mehr erhalten sind. Am Abend schloss sich dann ein Vortrag zum „agra-Messepark“ an, den Johanna Pfüller gehalten hat.
12.09.2025 | Netzwerktreffen
Am Freitag fand in der „BioCity Leipzig“ unser Netzwerktreffen unter dem Thema „Transformationsstress“ statt. Dabei stellten wir uns den Herausforderungen, welche die wirtschaftlichen Umbrüche und Transformationen der Gegenwart in Mitteldeutschland hervorrufen. Dabei geht es insbesondere um die Perspektive unterschiedlicher Beteiligtengruppen darauf, dass Aspekte dieses Wandels zu schnell und überfordernd sind bzw. erforderliche Reaktionen hierauf zu langsam erfolgen. Betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sind ebenso wie Genehmigungsbehörden nicht automatisch änderungsfreudig und transformationsaffin. In der Keynote wurde „über den Tellerrand“ Mitteldeutschlands nach Brandenburg geschaut, nämlich zum dortigen Industriemuseum mit dem letzten „Siemens-Martin-Ofen“ Europas im einst größten Stahlwerk der DDR, informiert vom Museumsleiter Marius Krohn.
13.09.2025 | Exkursion in Borna
Am Vormittag erfolgte eine Exkursion des DOKMitt e.V. zu den ehemaligen Tagebauen Bockwitz und Borna-Ost, der sich ein Erzählcafé anschloss.
13.09.2025 | Schwarz-Weiss. Klassisch oder modern – was uns verbindet.
Das Deutsche Museum für Galvanotechnik e.V. in der Torgauer Straße lud zu Vorträgen und Führungen ein. Dazu fand auch die Ausstellung „SCHWARZ-WEISS. Klassisch oder modern – was uns verbindet“ gemeinsam mit dem plakat-sozial e.V. statt, die daneben vom 17. bis 20. September 2025 besichtigt werden konnte.
13.09.2025 | Rundfahrt Linie 14
Traditionell fanden am Samstag moderierte Rundfahrten auf der Straßenbahnlinie 14 zwischen S-Bf. Plagwitz und Hauptbahnhof statt. Dabei handelt es sich um Linienfahrten, bei denen die Fahrgäste eine kostenfreie Stadtrundfahrt erhalten, wenn sie ins Zentrum oder nach Plagwitz möchten. Für viele TIK-Besucherinnen und -Besucher ist diese Veranstaltung sehr beliebt geworden. Helmut Sander und Dave Tarassow gaben viermal abwechselnd den Stadtführer und erzählten viel Industriekulturelles entlang der Straßenbahnfahrt, darunter zum Felsenkeller, der STIGA, der Blechbüchse und zum Hauptbahnhof und dem Umspannwerk Mitte (Bowlingtreff). Der Schwerpunkt ist das Erbe von Karl Heine gewesen.
14.09.2025 | Tag des offenen Denkmals
Zum europäischen „Tag des offenen Denkmals“ luden wir gemeinsam mit der „AG Park Schloss Grünau“, der Leipziger Denkmalstiftung und ihrem Förderverein in den Robert-Koch-Park ein. Dabei fanden drei informative Führungen durch den Park zu unterschiedlichen Themen statt, die von 40 bis 60 Personen besucht wurden. In der Wichmannvilla gab es zwei Ausstellungen zur Parkanlage und zum Industriepionier Paul Sack. Neben Infoständen der Beteiligten gab es auch eine Kinder-Rallye.
Neben dem Landwirtschaftsgut legte von 1910 bis 1913 der Industriepionier Paul Sack (1863–1923, Sohn von Rudolph Sack) einen Park für seine Familie und höhere Angestellte an, welcher 1984 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Doch seit den 1990er Jahren verfällt die Anlage.
Auf dem 25 Hektar großen Areal gibt es viel zu entdecken, wie das Parkschloss, die Wichmannvilla oder das Kutscherhaus. Auch ein Pavillon, ein Bootshaus sowie eine Brücke. Vorhanden ist auch eine Grabanlage. Insbesondere die „AG Park Schloss Grünau“ setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Wiederbelebung der historischen Parkanlage ein.
14.09.2025 | 860.Leipzig.Messe
Die zweite Veranstaltung innerhalb des Projekts „860.Leipzig.Messe“ fand zum „Tag des offenen Denkmals“ mit einer Führung auf dem Gelände der ehemaligen Technischen Messe statt, die seit 1996 als „Alte Messe Leipzig“ vermarktet wird. Dave Tarassow führte die Interessierten in 90 Minuten über das Messegelände und blickte in die Geschichte und stellte ausgewählte Messehallen näher vor und was hier ausgestellt wurde. Auch über Abbrüche der vergangenen Jahre wurde informiert. Abgerundet mit Hintergrundinfos und künftigen Bauprojekten. Dank einer Besucherin konnten wir einen Blick in die Halle 14 werfen.
Das Projekt „860.Leipzig.Messe“ befasste sich von den Anfängen im Jahr 1015 bis heute im Jahr 2025, sodass eine Kurzfassung der 860-jährigen Messegeschichte entstand.
Aud dem Gelände der heutigen „Alten Messe Leipzig“ fand 1913 die „Internationale Baufach-Ausstellung“ (IBA) statt, gefolgt 1914 von der „Internationalen Buch- und Graphik-Ausstellung“ (BUGRA). Erst 1918 wurde das Ausstellungsgelände als „Technische Messe Leipzig“ eröffnet.
Bis 1996 fanden jährlich die Leipziger Frühjahrs- und Herbstmessen statt, neben den Messehäusern in der Innenstadt. Mit Eröffnung der „Neuen Messe Leipzig“ 1996 stand das bisherige Messegelände leer. Seitdem entsteht ein neues Gewerbegebiet mit verschiedenen Nutzungen.
14.09.2025 | Der klingende Park
Am Sonntag fand auch die Abschlussveranstaltung von „Der klingende Park“ um den Musikpavillon im Clara-Zeltin-Park statt. Dabei ging es um den Palmengarten, der im vergangenen Jahr 125 Jahre alt wurde. Zum Programm gehörten eine Open-Air-Ausstellung, Info- und Bücherstände, eine Bastelstrecke und ein Tanzsalon. Moderiert wurde die Veranstaltung von unserem Vereinsmitglied Anne Roßburger. Der Ur-Enkel von Carl Reinecke (1824–1910, Komponist, Pianist, Dirigent und Gewandhauskapellmeister) stellte das Lebenswerk seines berühmten Vorfahren vor und informierte auch über den benachbarten Reineckeplatz.
Diese Veranstaltung wurde gemeinsam mit der HTWK Leipzig durchgeführt.
Bei der Veranstaltungsreihe „Der klingende Park“ handelt es sich um eine Reise durch die Geschichte der Gartenbaukunst in Leipzig, mit den prächtigen privaten Bürgergärten, dem ersten Botanischen Garten, Deutschlands erstem kommunalen Landschaftspark, aber auch Ausstellungs- und Freizeitparks sowie Ausflugsstätten.
Das Ziel ist es, die Vielfalt der Leipziger Park- und Gartenkultur zu beleuchten und möglichst viele Menschen zu erreichen. Im Jahr 2024 wurde der 125. Geburtstag des Leipziger Palmengartens gefeiert.