FESTIVAL 2026
Das vorliegende Programm zum INDUSTRIE|KULTUR|FESTIVAL #11 steht unter Vorbehalt:
07.09.2026, 18–21 Uhr
Eröffnung TIK 2026 und IKF#11
Im UT Connewitz werden die diesjährigen »TAGE DER INDUSTRIEKULTUR« und das INDUSTRIE|KULTUR|FESTIVAL#11 eröffnet. Gezeigt wird ein industriekultureller Film. Außerdem findet eine Podiumsdiskussion zu »Wie der Kaffee nach Vietnam kam und blieb« mit einem Impulsvortrag von Katja Hoyer statt. Dazu gibt es frischen Kaffee für alle Gäste.
Veranstaltungsort:
UT Connewitz, Wolfgang-Heinze-Straße 12 a, 04277 Leipzig
Projektpartner:
– Prof. Katja Hoyer, King’s College London
– Prof. (em.) Dr. Jürgen Pohlan, IAK Agrar Consulting GmbH
– Hellmut Naderer
– Enrico Pierard, Kaffeerösterei Moness
– Ron Epstein (Jazz-Pianist)
– Moderation: Dr. Carsten Krautz, Industriekultur Leipzig e. V.
Programm:
18:00 Uhr: Beginn und Musik: Ron Epstein, Jazz-Pianist
18:05 Uhr: Begrüßung: Matthias Wießner, Vorsitzender Industriekultur Leipzig e. V.
18:10 Uhr: IPIHAN-Gespräch mit Willem Besselink: working period and exhibition
18:15 Uhr: Die Bäckerei Seifert: 1992, Nachlass Manfred Seifert, Archiv Sächsisches Staatsarchiv Leipzig
18:30 Uhr: Musik: Ron Epstein, Jazz-Pianist
18:35 Uhr: Impulsvortrag »Wie der Kaffee nach Vietnam kam und blieb«: Prof. Katja Hoyer, King’s College London
18:45 Uhr: Podiumsdiskussion
- Prof. Katja Hoyer, King’s College London
- Prof. (em) Dr. Jürgen Pohlan, IAK Agra Consulting GmbH
- Hellmut Naderer
- Enrico Pierard, Kaffeerösterei Moness
- Moderation: Dr. Carsten Krautz
19:15 Uhr: Musik: Ron Epstein, Jazz-Pianist
19:20 Uhr: Abschluss: Matthias Wießner, Dave Tarassow, Kathrin Töpfer, Industriekultur Leipzig e. V.
19:30 Uhr: Get-together
Kaffee war ein Politikum in der DDR. Die Fluktuationen in der Kaffeeproduktion und die damit steigenden Preise im Weltmarkt hatten Auswirkungen auf den Kaffeemarkt der DDR. In den späten 1970er Jahren waren diese Preise besonders stark gestiegen und am 26. Juli 1977 beschloss das SED-Politbüro die Einführung von »Kaffee-Mix«, einem Ersatzprodukt, das gerade einmal 51 Prozent Röstkaffee enthielt. Der Unmut der DDR-Bürger war groß und die Kaffeekrise der DDR war geboren. Kaffeeanbau in einem mit der DDR »eng zusammenarbeitenden« Staat sollte die Krise beheben.
Zur Eröffnung der 14. Leipziger Tage der Industriekultur werden in einer Podiumsdiskussion industriekulturelle Aspekte der – via Wissens- und Technologietransfer aus der DDR angeregten – Kaffeeproduktion in Vietnam beleuchtet. Das betrifft einerseits den großen Rahmen der politischen Zusammenhänge, die mithin Ursachen des Wissenstransfers gewesen sind, als auch dessen einzigartige technische Umsetzung. Um den Programmpunkt auch sinnlich erlebbar zu machen, ist die Verkostung entsprechenden Kaffees aus der vietnamesischen Provinz Đắk Lắk geplant.
Die konkrete Ausformung dieses Wissens- und Technologietransfers ist weder allein aus kultureller noch allein aus industrieller Sicht erklärbar. Das Zusammenspiel beider Aspekte wird diskutiert mit der Historikerin Katja Hoyer (King’s College London), die sich mit den (wirtschafts-)politischen Hintergründen befasst hat und daher auch – das Thema u. a. historisch einordnend – das Impulsreferat halten wird. Zudem wird Herr Prof. (em.) Dr. Jürgen Pohlan, der das noch heute agierende Leipziger Unternehmen, die IAK Agrar Consulting GmbH, vertritt und dessen Vorläufer u. a. damals in Vietnam und der DDR agierte, die Podiumsdiskussion als Diskutant bereichern. Er wird – soweit das möglich ist – auch auf ein aktuelles Projekt des gen. Unternehmens eingehen, bei dem die Erfahrungen mit der Kaffeeproduktion in Vietnam eine wichtige Rolle spielen. Die Verkostung des Kaffees liegt in den Händen der Kaffeerösterei Moness, deren Inhaber, Herr Enrico Pierard, auf der Podiumsdiskussion u. a. auch über seine Erfahrungen mit gegenwärtig verfügbarem Kaffee aus Vietnam berichten wird.
08.09.2026, 17–20 Uhr
UNTERNEHMERFORUM – Industrie im Wandel
Die industrielle Landschaft steht vor historischen Transformationsprozessen. Digitalisierung, veränderte Marktstrukturen und nachhaltige Technologien fordern etablierte Geschäftsmodelle heraus, eröffnen jedoch gleichzeitig Zukunftschancen für unsere Region. Zum Thema „ Industrie im Wandel“ bieten die Akteure Landkreis Leipzig – Wirtschaftsförderung, Standortinitiative Wurzener Land e. V. und wir gemeinsam eine Plattform für Information und Diskussion. Erstmals ist das UNTERNEHMERFORUM Bestandteil des regionalen Programms der »Tage der Industriekultur« .
Veranstalter: Unternehmerverband Sachsen e. V., Landkreis Leipzig,
Wirtschaftsförderung, Standortinitiative Wurzener Land e. V.
Veranstaltungsort:
Berufliches Schulzentrum Wurzen, Straße des Friedens 12, 04808 Wurzen
Programm:
17:00 bis 17:30 Uhr: Ankommen
17:30 bis 17:50 Uhr: Begrüßung:
- Henry Graichen, Landrat Landkreis Leipzig
- Dietrich Enk, Präsident Unternehmerverband Sachsen e. V.
- Marco Bauch, Vorstand Stadtortinitiative Wurzener Land e. V.
17:50 bis 18:10 Uhr: Vortrag: Wirtschaftsstandort Wurzen
Dr. Ulrich Heß, Historiker, Standortinitiative Wurzener Land e. V.
18:10 bis 18:30 Uhr: Vortrag: LIFTKET WORKS 1948
Benjamin Göldner, Geschäftsführer LIFTKET Hoffmann GmbH
18:30 bis 19:30 Uhr: Podiumsdiskussion mit:
- Henry Graichen: Landrat Landkreis Leipzig
- Prof. Dr. Utz Dornberger: Professor für Entwicklungsökonomie, Universität Leipzig
- Corinne Ziege: Globale Produktleiterin für Carbon-Capture-Systeme Nikkiso Cryotec GmbH
- Katrin Weist: Geschäftsführerin Wutra Fördertechnik GmbH
- Benjamin Göldner: Geschäftsführer LIFTKET Hoffmann GmbH
Moderation: Marie-Luise Rieger (Zarof GmbH) und Lars Schaller (Unternehmerverband Sachsen e. V.)
19:30 Uhr: Get-together
Quelle: Stadtarchiv Langewiesen
08.09.2026, 17–20 Uhr
The Bottle that changed the world. Eine globale Kulturgeschichte der Thermosflasche
Was hat die Thermosflasche mit Leipzig zu tun? Mehr, als man denkt! Denn die unscheinbare Flasche, die seit fast 125 Jahren Kaffee und Speisen warm wie Getränke und Eis kalt hält, hat eine erstaunliche Geschichte: Erfunden in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts in Berlin vom Glastechniker Reinhold Burger (1866–1954) als Nebenprodukt eines
Auftrags des Ingenieurs und Kältemaschinenfabrikanten Carl von Linde (1842–1934) – trat die Thermosflasche dank des Erfindergeistes Burgers, der aus einem Laborgefäß ein Konsumprodukt machte, und des Marketinggeschicks der American Thermos Bottle Company (gegründet 1907) ihren Siegeszug um die Welt an.
Projektpartner:
– Dr. Shirley Brückner, Historikerin und Kuratorin
Der Vortrag beginnt um 18:00 Uhr – die Pop-up-Ausstellung zu Thermosflaschen kann bis Ende September 2026 in der Handwerkskammer besichtigt werden.
Veranstaltungsort:
Handwerkskammer zu Leipzig, Dresdner Straße 11/13, 04103 Leipzig
09.09.2026, 18–21 Uhr
Jubiläen auf der Schiene
In diesem Jahr feiert man einige Jubiläen auf der Schiene in Leipzig. Dazu zählen »75 Jahre Parkeisenbahn am Auensee, 130 Jahre elektrische Straßenbahn in Leipzig, 170 Jahre Lindenauer Kiesbahn« oder 111 Jahre Leipziger Hauptbahnhof. Aus diesem Grund gibt es einen Themenabend, der sich mit drei Jubiläen befasst. Es geht um die Geschichte und Entwicklung, die Fahrzeuge und Anlagen sowie um die Vereine, die dahinterstehen und die technischen Denkmale pflegen und bewahren.
Im Vorfeld findet die Besichtigung von zwei LVB-Betriebshöfen statt.
Projektpartner:
– imago urbis – Dave Tarassow
Eintritt frei. Speisen und Getränke vor Ort (Selbstzahler).
Veranstaltungsort:
Vereinshaus Wasser-Stadt-Leipzig e. V., Industriestraße 72, 04229 Leipzig
Besichtigungen von Betriebshöfen der Leipziger Verkehrsbetriebe
09.09.2026, 11:30 Uhr: Technisches Zentrum Heiterblick
Treffpunkt: Teslastraße 2, 04347 Leipzig, am Casino/Turnhalle
Das »Technische Zentrum Heiterblick« beherbergt die Hauptwerkstatt für die Straßenbahnen. Daneben gibt es eine Wagenhalle und eine im Bau befindliche Betriebswerkstatt. In Zukunft werden auch Busse abgestellt. Der Straßenbahnhof Angerbrücke deckt den Linienverkehr überwiegend im Westen ab. Neben dem Besuch der Betriebswerkstatt und Wagenhalle blicken wir auch in die Leitstelle der Betriebshöfe.
09.09.2026, 14:30 Uhr: Straßenbahnhof Angerbrücke
Treffpunkt: Villa Angerbrücke, Jahnallee 54, 04177 Leipzig
Programm:
17:30 Uhr: Einlass
18:00 Uhr: Begrüßung
18:05 Uhr: 75 Jahre Parkeisenbahn am Auensee
Rüdiger Bäzold
19:05 Uhr: 130 Jahre elektrische Straßenbahn
Dave Tarassow, imago urbis
20:05 Uhr: 170 Jahre Lindenaur Kiesbahn
Michael Lückert, Museumsfeldbahn Leipzig-Lindenau e. V.
21:05 Uhr: Gespräche und Ausklang
10.09.2026, 17–21:00 Uhr
Lange Lesenacht zu den Tagen der Industriekultur
Zum ersten Mal lädt der Industriekultur Leipzig e. V. anlässlich der »
TAGE DER INDUSTRIEKULTUR« zur langen Lesenacht ein. Freuen Sie sich auf einen abwechslungsreichen Abend voller spannender Geschichten, überraschender Einblicke und facettenreicher Texte zur Industriegeschichte der Region.
Eintritt frei. Speisen und Getränke vor Ort (Selbstzahler).
Veranstaltungsort:
Vereinshaus Wasser-Stadt-Leipzig e. V., Industriestraße 72, 04229 Leipzig
17–18 Uhr
Jörg Jacob liest aus »Baumgarten fährt durch die Luft«
Leipzig im Jahr 1880. Gründerzeit. Die Stadt wächst rasant. Immer mehr Menschen kommen in die aufstrebende Industriestadt, um in den neu entstehenden Fabrikanlagen zu arbeiten. Wohnhäuser, Straßen und Gleisanlagen werden gebaut, neue Stadtviertel entstehen, umliegende Dörfer rücken näher an die Stadt heran und werden eingemeindet. Leipzig ist eine der Metropolen für Arbeitsmigration. Das Bild der Stadt, Infrastruktur, Versorgung und Zusammenleben verändern sich mit der massenhaften Industriearbeit grundlegend. Doch der Glaube an Fortschritt und technische Innovationen ist ungebrochen.
In der von Ideen brodelnden Aufbruchstimmung der Gründerzeit planen zwei Männer zu Ostern 1880 etwas Ungewöhnliches, nie Dagewesenes – der vermögende Leipziger Verlagsbuchhändler Hermann Wölfert und Georg Baumgarten, ein sächsischer Oberforstmeister und Erfinder.
Baumgarten hatte ein vollkommen neuartiges Luftfahrzeug entwickelt und erste Modelle bereits bei Chemnitz und in Dresden getestet. Ein durchschlagender Erfolg war bisher jedoch ausgeblieben.
Zu Ostern 1880 sollte nun aber der neue Prototyp dieses Luftschiffes in den Himmel über Leipzig aufsteigen, mit Wölfert und Baumgarten an Bord. Eine waghalsige Episode mit unvorhergesehenem Ausgang folgt.
Der Roman von Jörg Jacob, der tatsächliche Ereignisse von 1880 in den Mittelpunkt stellt, soll über Baumgartens Schicksal hinaus einen Blick in die Zeit des großen industriellen Aufbruchs in Sachsen gewähren. Eine Zeit, in der Städte förmlich explodierten, ihre Bevölkerung rasant anstieg und zahlreiche technische Neuerungen das Leben grundlegend veränderten.
Zum Autor:
Jörg Jacob, geboren 1964 in Glauchau (Sachsen), war in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig, bevor er 1998 ein Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig begann. Heute lebt und arbeitet er als freier Autor in Leipzig. Für seine
Texte erhielt er diverse Auszeichnungen und Stipendien.
Projektpartner:
– Jörg Jacob
– Connewitzer Verlagsbuchhandlung
18–20 Uhr
Lesung und Klangperformance zu Texten von Wolfgang Hilbig und Walter Bauer
Zu den festen Traditionen des Leipziger Industrie|Kultur|Festivals gehört alljährlich eine literarische Veranstaltung, die sich mit dem unverwechselbaren literarischen Schaffen dieses wichtigsten der mit der Industriekultur Mitteldeutschlands verbundenen Schriftsteller widmet – Wolfgang Hilbig.
Projektpartner:
– Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft e. V.
– Thomas Böhme
– Jürgen Jankofsky
Der Industriekultur Leipzig e. V. ehrt zwei wichtige literarische Stimmen der Industriekultur im mitteldeutschen Raum. Die Veranstaltung ist sowohl ein Programm im Walter-Bauer-Gedenkjahr 2026 wie zum 85. Geburtstag von Wolfgang Hilbig, der am 31. August begonnen wurde.
Programm:
Begrüßung, Vorstellung der Akteure und Moderation: Heinrich Moritz Jähnig, Industriekultur Leipzig e. V.
1. Programmteil
Jürgen Jankofsky,
Der in Leuna lebende Schriftsteller ist Mitglied der Sachverständigen-Jury für den Walter-Bauer-Preis, Rechteverwalter und Herausgeber von Bauer-Texten, liest und stellt vor: Walter Bauer: »Arbeiter zieht ein reines Hemd an.«
Walter Bauer: Leben und Œuvre mit O-Tönen
Es kommen folgende O-Töne zu Gehör:
O-Ton 1 – »Geboren wurde ich«
O-Ton 2 – »Das Werk«
O-Ton 3 – »Ich kann die Augen schließen«
O-Ton 4 – »Der einflussreiche Philosoph«
O-Ton 5 – »Das Beständige«
2. Programmteil
Thomas Böhme,
Mitglied der Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft Leipzig e. V. liest:
Walter Bauer: »Es gibt zu wenig Poesie« und »Ich bin dein Sohn, Europa«.
Wolfgang Hilbig: »Ende der Biografie«.
Abschließend liest Thomas Böhme eigene Lyrik und Prosa aus den Bänden »Orpheussplitter« und »Weniger Herbst«. Der Leipziger Autor hält seine Bücher – auch die Neuerscheinungen – an diesem Abend zum Signieren bereit.
Auch Jürgen Jankofsky bringt eigene Bücher sowie Herausgaben zur Langen Lesenacht mit, die von ihm signiert erworben werden können.
Wolfgang Hilbig wurde 1941 im thüringischen Meuselwitz geboren und ist in der Bergarbeiterfamilie seines Großvaters aufgewachsen. Nach der Volksschule machte er eine Dreherlehre und arbeitete nach dem Wehrdienst als Werkzeugmacher, Hilfsschlosser und Abräumer in einer Ausflugsgaststätte. Ab 1970 war er zehn Jahre lang Heizer in Meuselwitz und Ost-Berlin. Von 1981 bis zu seiner Übersiedlung in die Bundesrepublik lebte er in Ost-Berlin und Leipzig als freier Schriftsteller. 2007 ist er in Berlin gestorben.
Hilbig wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Brüder-Grimm-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis, dem Ingeborg-Bachmann-Preis, dem Bremer Literaturpreis und dem Georg-Büchner-Preis. Kennzeichnend für diese Hommage sind ihre wechselnden Veranstaltungsorte und die unterschiedlichen Formate, mit denen Künstler sich dem dichterischen Werk Hilbigs annehmen.
Anlässlich dessen 50.Todestages wird im Jahr 2026 die Verbindung zu einem Schriftsteller hergestellt, dessen Werk ähnlich mit der Industrie seiner mitteldeutschen Heimat verbunden ist: Walter Bauer. Der aus Merseburg stammende Schriftsteller wurde vom mitteldeutschen Raum so entscheidend geprägt, dass ihm diese Region, obwohl er Deutschland 1952 verließ und fortan in Kanada wirkte, zeitlebens literarische Heimat blieb. Sein umfangreiches Gesamtwerk drückt sein unbändiges Verlangen nach Freiheit, Selbständigkeit und Ungebundensein aus. Durch seine Botschaft der Menschlichkeit und sein Bekenntnis zum europäischen Geist zählt Walter Bauer zu den namhaften deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Eines seiner bekanntesten Frühwerke ist »Stimme aus dem Leunawerk«.
Mit diesem Bezug ist das Mitglied der Hilbig-Gesellschaft Thomas Böhme zur Lesung von Hilbig-Texten eingeladen, da er in diesem Jahr mit dem Walter-Bauer-Literaturpreis der Stadt Leuna ausgezeichnet wurde. Böhme, geboren 1955 in Leipzig, wo er bis heute lebt, ist seit seinem Debüt mit dem Gedichtband »Mit der Sanduhr am Gürtel« (Berlin: Aufbau Verlag 1983) als freier Autor tätig. Neben seinen in großer Regelmäßigkeit erscheinenden Lyriksammlungen hat er auch Romane, Novellen, experimentelle Prosaformen und Fotobände veröffentlicht. In Bänden wie »Im Ort«, der dem Mansfeld gewidmet ist, wendet er sich wie Bauer einer Welt zu, die von der Arbeit und der Veränderung geprägt ist, und lotet ähnlich wie der Namensgeber des Preises aus, was diese Arbeit, diese Veränderung mit den sie Erfahrenden macht.
Die Erinnerung an Walter Bauer bewahrt insbesondere der Merseburger Stadtchronist Jürgen Jankofsky. Nach dem Schulbesuch, Abitur und abgebrochenem Chemiestudium erhielt Jankofsky eine Ausbildung zum Berufsmusiker. Es folgte ein Fernstudium am Literaturinstitut Leipzig und die Mitarbeit im Literaturzentrum Halle/Saale. Seitdem arbeitete er als freischaffender Künstler.
Für die Veranstaltung wird Jankofsky Leseproben um Stimmcollagen erweitern, die er auf Basis von Originalaufnahmen von Walter Bauer arrangiert.
20:30 Uhr
Buchvorstellung »Renntag in Leipzig. Geschichten aus dem Scheibenholz«
Anlässlich des Erscheinens von »Renntag in Leipzig« werden die Autoren Corinna Schulze und Enrico H. Ruge Einblicke in das Buch und seine Entstehung geben.
Ein Renntag kann so vieles sein, besonders in Leipzig. Denn Leipzig ist nicht nur zur Messe schillernd. Hier kommen Rennsportenthusiasten genauso wie Zocker, Kaufleute, Bohèmes und Bonvivants, aber auch deren Bewunderer zusammen. Kurz gesagt: ein mehr oder weniger repräsentativer Teil der Leipziger Stadtgesellschaft. Sie alle tauchen ein in die kurzen Momente des Fieberns, des Hoffens, des Staunens. Eine andere Seite des Renntags zeigt sich in den Stallungen, in den Küchen der Restauration oder in der »Waage«. Prägten in den Gründerjahren die auf Einfahrt am Rennbahnweg wartenden Droschken das Bild, so sind es in den 1980er Jahren oft die Glücksspieler vor dem Eingang – manchmal vom uniformierten »Abschnittsbevollmächtigten« vertrieben. Auf erzählerische Weise tauchen die Autoren in Geschichte und Geschichten aus über 150 Jahren Scheibenholz ein, wechseln dabei vor dem Hintergrund des jeweiligen Zeitgeschehens virtuos Zeiträume und Perspektiven.
Moderation: Clemens Meyer
Projektpartner:
– Clemens Meyer
– Corinna Schulze
– Enrico H. Ruge
– Passage Verlag
Änderungen im Programm vorbehalten
11.09.2026, 10–17 Uhr
Tagung mit Netzwerktreffen »Bürgerschaftliches Engagement und Industriekultur«
Das Netzwerktreffen hat sich zu einer regen Austauschplattform für Akteure der Industriekultur im mitteldeutschen Raum entwickelt, die die Möglichkeit bietet, über den eigenen städtischen bzw. regionalen Raum hinauszuschauen und sich zu vernetzen.
Thema der Tagung 2026 wird die Wechselwirkung zwischen ehrenamtlichem Engagement und institutioneller staatlicher Förderung dieses Themenbereichs sein. Wir wollen anhand repräsentativer Beiträge über die Bedeutung und Motivation ehrenamtlicher Aktivitäten sprechen sowie über den Beitrag von Verbandsstrukturen für die institutionelle Stabilisierung ihrer Mitgliedsvereine.
Die Bewahrung industrieller Bauwerke, technischer Anlagen und kulturhistorischer Sammlungen ist in zahlreichen Fällen dem langjährigen Einsatz ehrenamtlicher Akteurinnen und Akteure zu verdanken. Ob Maschinenhäuser, historische Dampflokomotiven, Brauereien, Postmeilensäulen oder elektronische Maschinen – ehrenamtliches Engagement trägt maßgeblich dazu bei, diese industriegeschichtlichen Zeugnisse zu erhalten, zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Veranstaltungsort:
VDI-GaraGe, Karl-Heine-Straße 97, 04229 Leipzig
Programm: (unter Vorbehalt)
09:30 Uhr: Einlass
10:00 Uhr: Begrüßung
Dave Tarassow, Industriekultur Leipzig e. V.
10:05 Uhr: Keynote zur Industriekultur in Braunschweig und Region – Entdecken, Austauschen, Zusammenarbeiten
Horst Splett, Forum Industriekultur e. V. Braunschweig
10:50 Uhr: Industriekultur haben. leben. zeigen in Leipzig und Region
Dave Tarassow, Industriekultur Leipzig e. V.
11:20 Uhr: Denkmalnetz Sachsen und die Sächsische Spinnmühlen
Vanessa Wilson, Denkmalnetz Sachsen
11:50 Uhr: Heimatforschernetz Burgenlandkreis
Sabine Hollmann, DOKMitt e. V., und Martin Ehrler, Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V.
12:20 Uhr: Mittagspause
13:20 Uhr: Blick aus dem Dreiländereck Neisse-Nisa-Nysa
Anja Nixdorf-Munkwitz, Landesverband Industriekultur Sachsen e. V.
13:50 Uhr: Erhalt einer Eisenbahnstrecke in der Oberlausitz und eines Stellwerksgebäudes im Bahnhof Zittau
Matthias Böhm, Pro Herrnhuter Bahn e. V. / Stadtforum Zittau
14:20 Uhr: LEHM-BAU-KULTUR – die Schwemme in Halle (Saale)
Johanna Voll, Förderverein Schwemme e. V.
14:50 Uhr: Pause
15:10 Uhr: Ein Schloss für Grünau? Der Robert-Koch-Park und seine Bauwerke
Dr. Evelin Müller, AG Park Schloss Grünau
15:40 Uhr: Markt der Möglichkeiten – Gespräche und Austausch
16:00 Uhr: Führung zur Leipziger Industriekultur – damals & heute
Dave Tarassow, Industriekultur Leipzig e. V.
Die Führung startet im Tagungsraum FORUM II und führt über Jahrtausendfeld, Westwerk, Karl-Heine-Kanal, Stelzenhaus, Stadtteilpark Plagwitz, Konsumzentrale und die Anschlussgleise zu einem Flugzeug. Anschließend geht es zurück zur VDI-GaraGe. Dauer etwa 45 Minuten.
+++
Während der gesamten Veranstaltung findet ein »Markt der Möglichkeiten« statt, bei dem beteiligte und nicht beteiligte Organisationen über sich und ihre Arbeit informieren.
Info-Stände:
- AG Park Schloss Grünau
- Bergbau-Technik-Park e. V.
- Denkmalnetz Sachsen / Leipziger Denkmalstiftung
- Industriekultur Leipzig e. V.
Bild: Arina Heinze: Campingplatz, 2026, Acryl auf Leinwand, 100 cm x 155 cm
11.09.2026, 16–18 Uhr
»Am Rande der Industriekultur« Artist-Talk mit Arina Heinze
Gespräch mit der Künstlerin im Rahmen ihrer Ausstellung „The Empty Moment Festival“ mit Malerei und Grafik im ARS AVANTI Kunstraum der Alten Handelsschule Leipzig.
Die in Leipzig lebende Künstlerin Arina Heinze malt alltägliche Orte wie Industriegebiete am Stadtrand, Bushaltestellen, Zäune und Spielplätze. Diese erscheinen nicht als reale Schauplätze, sondern als fragmentierte Erinnerungen in unwirklichen Farben und dämmrigem Licht. Ihre Bilder zeigen menschenleere Schwellenräume – Orte des Übergangs und des Wartens, in denen das eigentliche Ereignis fehlt.
Darin eingeschriebene Objekte wirken isoliert und verloren, als hätten sie ihre Funktion bereits hinter sich gelassen. In der Auflösung der Dinge entstehen stille Bildräume, die zwischen Nostalgie und latenter Unruhe oszillieren. Durch ein bewusst destruktives Vorgehen löst Heinze die Motive auf und verwandelt sie in beinahe organische Farbteppiche, durchzogen von kalligrafieartigen Zeichen, welche den Bildern eine zusätzliche Tiefe und leise Bedrohlichkeit verleihen.
Den Artist-Talk mit Arina Heinze zur Finissage der genannten Ausstellung führen Dr. Barbara Röhner und Heinrich Moritz Jähnig.
Projektpartner:
– Arina Heinze
– Dr. Barbara Röhner
– Heinrich Moritz Jähnig
Veranstaltungsort:
Alte Handelsschule, Kunstraum ars avanti e. V., 2. OG, Gießerstraße 75, 04229 Leipzig
Hinweis:
Die Ausstellung ist aktuell geöffnet: Mo–Do: 9:00–11:30 Uhr, Fr+Sa: 15:00–
18:00 Uhr.
11.09.2026, 19–21 Uhr
Wie war das damals? Zeitzeugenabend
Im Anschluss des Netzwerktreffens findet ein Abend mit Erinnerungen und Gesprächen statt. Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damaliger VEB und Kombinate kommen zusammen und plaudern aus dem Nähkästchen. Wie war das damals als Lehrling, als Aushilfe oder als Werktätiger? Was hat man produziert, was wurde bei Hitze im Sommer gemacht oder welche Auszeichnungen hat man bekommen? Daneben werden Interviews von Zeitzeugen, Fotos und Dokumente gezeigt.
Auf dem Podium sitzen:
– Dr. Evelin Müller, Geografin
– Frank Herold, Leipziger Messe
– Thomas Vogler, BBG/AMAZONE
Veranstaltungsort:
VDI-GaraGe, Karl-Heine-Straße 97, 04229 Leipzig
12.09.2026, 10–13:30 Uhr
Zum Wohl, Karl Heine und ’ne lustige Kahnfahrt
Traditionell laden wir zum Empfang am Karl-Heine-Denkmal ein und stoßen mit einem Glas Sekt oder Wasser an. Danach gibt es die Möglichkeit, mit einem Holzboot über die Weiße Elster und den Karl-Heine-Kanal zu fahren. Der Stadtführer Dave Tarassow gibt Ihnen Einblicke in die industriekulturelle Geschichte und Entwicklung des Leipziger Westens, die Gewässer und was Sie links und rechts des Flusses sehen.
Begonnen wird um 10:00 Uhr mit dem traditionellen Empfang am Karl-Heine-Denkmal (Clara-Zetkin-Park). Um 11:00 Uhr schließt sich am Bootshaus Sturmvogel (Klingerweg) eine Kahnfahrt mit der „Schute Luise“ des Wasser-Stadt-Leipzig e. V. an, die im Stadthafen Leipzig endet. Der Teilnehmerpreis beträgt hierfür 18,00 €/Person.
Projektpartner:
– imago urbis – Dave Tarassow
– Wasser-Stadt-Leipzig e. V.
Veranstaltungsort:
– Empfang: Karl-Heine-Denkmal, Clara-Zetkin-Park (Käthe-Kollwitz-Straße/Klingerweg), 04229 Leipzig
– Kahnfahrt: Bootshaus Sturmvogel, Klingerweg 2, 04229 Leipzig
12.09.2026, 13-14:30 Uhr
Jüdische Unternehmen und Geschäfte in Leipzig
Zahlreiche Veranstaltungen finden in diesem Jahr zur jüdischen Kultur in Sachsen statt. Auch Leipzig hat sehr viel zu bieten. Wir beteiligen uns mit einer Führung zu jüdischen Unternehmerinnen und Unternehmern, die Melanie Eulitz übernimmt. Die Teilnehmergebühr beträgt 9 €/Person.
Über viele Jahrhunderte wurde Leipzigs Wirtschaftsleben durch jüdische Händler aus ganz Europa geprägt. Im 19. Jahrhundert mit der Gewebefreiheit siedelten sich auch jüdische Geschäfte und Unternehmen an. Während des Nationalismus wurde dieser Teil der Leipziger Wirtschaft zerstört, aber auf unserem Innenstadtrundgang lassen sich zahlreiche Spuren davon entdecken. Das Krochhochhaus ist eine von ihnen.
Melanie Eulitz ist eine zertifizierte Gästeführerin. Einer ihrer Schwerpunkte sind Stadtouren zum jüdischen Leben in Leipzig. Sie ist Soziologin und hat zur Entwicklung der jüdischen Gemeinden in Deutschland seit 1990 promoviert.
Projektpartnerin:
– Melanie Eulitz
Veranstaltungsort:
Altes Rathaus, Durchgang/unter dem Turm, Markt 1, 04109 Leipzig
12.09.2026, 14–17 Uhr
Stadtrundfahrt auf der Linie 14
Am Nachmittag finden zwei moderierte Stadtrundfahrten auf der Straßenbahnlinie 14 statt, die zwischen Straßenbahnhof Angerbrücke und Klinikum St. Georg verkehrt. Dabei kommen wir an zahlreichen Stätten der Industriekultur vorbei. Für diese Fahrt wird ein gültiges Ticket (LVB-/MDV-/DB-/D-Ticket) benötigt. Zugestiegen werden kann an jeder Haltestelle, wo die Linie 14 fährt.
– Abfahrten ab Haltestelle Angerbrücke, Straßenbahnhof: 14:04 Uhr und 15:34 Uhr
–
Abfahrten ab Haltestelle Klinikum St. Georg (Wendeschleife): 14:47 Uhr und 16:17 Uhr
Projektpartner:
– Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH
Abfahrt für die komplette Tour:
Haltestelle Angerbrücke, Straßenbahnhof (Zschochersche Straße), 04177 Leipzig
13.09.2026, 11–17 Uhr
Der Robert-Koch-Park und seine Bauwerke
Auch 2026 nutzen wir den »Tag des offenen Denkmals« für eine gemeinsame Veranstaltung im Robert-Koch-Park, den von 1910 bis 1913 der Industriepionier Rudolph Sack als Landschaftspark neben seinem Versuchsgut für Landwirtschaftsmaschinen angelegt hat. Es finden Vorträge, Führungen, Lesungen und eine Ausstellung um die Wichmannvilla statt.
Projektpartner:
– Komm e. V. / Industriekultur Leipzig e. V. / Leipziger Denkmalstiftung / Förderverein der Leipziger Denkmalstiftung e. V. / Denkmalnetz Sachsen / Haus Steinstraße / inab / Stadt Leipzig / IG Kleinzschocher / Leipziger Ökonomische Societät e. V.
Veranstaltungsort:
Robert-Koch-Park, Nikolai-Rumjanzew-Straße 100, 04207 Leipzig
13.09.2026, 12–18 Uhr
Der klingende Park
Die Veranstaltungsreihe »Der klingende Park« als Teil der Industriekulturtage bietet eine Reise durch die Geschichte der Gartenbaukunst in Leipzig, angefangen mit den prächtigen privaten Bürgergärten, dem ersten Botanischen Garten und dem ersten kommunalen Landschaftspark Deutschlands über die modernen Ausstellungs- und Freizeitparks sowie Ausflugsstätten im Industriezeitalter bis hin zu den noch erhaltenen Parkanlagen jener Zeit, die als Gartenbau- und Kulturdenkmal heute einen besonderen Schutzstatus genießen. Die Parkerrichtung war über dem ein wichtiger Faktor des städtebaulichen Wandels im Zuge der Hochindustrialisierung und des Städtewachstums in Deutschland.
Geboten wird Live-Musik bei gutem Essen und einem kühlen Getränk. Gespräche zu neuen Park- und Gartengeschichten, abgerundet mit historischen Bildern und spannenden Fakten. Daniela Neumann (Entdeckt in Leipzig) und Sebastian Ringel sowie das Carl-Reinecke-Museum sind mit von der Partie. Der Moritzbastei e. V. lädt zum Malen, Basteln und Kinderschminken ein. Von 11:00 bis 14:00 Uhr findet das Weißwurst-Frühschoppen mit dem Musikverein Neukieritzsch-Regis e. V. statt und ab 15:00 Uhr spielt die Pavillon Deluxe (Pop-Cover) um den Musikpavillon.
Projektpartner:
– Mike Demmig und Anne Roßburger, Initiative »
Mein Park«
– Musikpavillon Leipzig
– HTWK Leipzig
– Entdeckt in Leipzig – Daniela Neumann
– Sebastian Ringel
– Moritzbastei e. V.
– Carl-Reinecke-Museum
Veranstaltungsort:
Clara-Zetkin-Park, Anton-Bruckner-Allee 11, 04107 Leipzig